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ARQUES Industries verkaufen 06.02.2008
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Analyst vom Bankhaus Lampe, Gordon Schönell, stuft die Aktie von ARQUES Industries (ISIN DE0005156004 / WKN 515600) mit "verkaufen" ein.
In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2007 sei es der Gesellschaft gelungen, die Umsatzerlöse von 500,8 Mio. EUR auf 930,6 Mio. EUR zu steigern, was einem Zuwachs von ca. 86% entspreche. Im dritten Quartal habe der Konzernumsatz um ca. 70% auf 301,6 Mio. EUR zulegen können. Insgesamt habe ARQUES Industries in 2007 16 Unternehmen mit einem annualisierten Umsatz von über 4,5 Mrd. EUR akquiriert.
Circa 2,5 Mrd. EUR davon seien allein der Übernahme der Actebis Gruppe von Otto zuzurechnen. Die Akquisition sei die bisher größte der Unternehmensgeschichte gewesen. Konsolidiert worden sei die Gesellschaft allerdings erst zum Ende des dritten Quartals, so dass mit Veröffentlichung des Jahresberichts noch mal ein großer Umsatzzuwachs zu sehen sein werde. Ein Exit sei im Jahr 2007 bei vier Gesellschaften vollzogen worden.
Das EBITDA habe nach drei Quartalen von 84,7 Mio. EUR um ca. 76% auf 148,8 Mio. EUR gesteigert werden können. Der Verkauf der Beteiligungen an der SKW Stahl-Metallurgie, der SKS Stakusit und der Teutonia habe dabei rund 60 Mio. EUR zum operativen Ergebnis beigetragen. Zudem habe ARQUES Industries den Exit bei dem Papierhersteller Salto Paper AG vollzogen. Aufgrund der problematischen Branchensituation sei eine weitere Restrukturierung als schwierig betrachtet worden. Die Gesellschaft habe für 0,1 Mio. EUR verkauft werden können. Der Kaufpreis habe bei lediglich 1 EUR gelegen.
Dabei sei die Steigerung des EBITDA aufgrund der Erlöse aus dem Verkauf der restlichen Anteile an SKW Stahl-Metallurgie besonders deutlich ausgefallen. Es sei um 188% auf 98,0 Mio. EUR angestiegen. Circa 136 Mio. EUR der Erträge nach neun Monaten würden aus den für ARQUES Industries typischen Erträgen aus der Ansetzung eines negativen Goodwill stammen, der nach IFRS sofort erfolgswirksam verbucht werden müsse. Der Jahresüberschuss habe nach neun Monaten bei 105,8 Mio. EUR nach 64,9 Mio. EUR gelegen.
Zuletzt sei bekannt geworden, dass es im Vorstand der Gesellschaft abermals einen Wechsel geben werde. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Martin Vorderwülbecke habe den Angaben nach Bedenken, sich abermals so lange an das Unternehmen zu binden und habe einen neuen Vertrag abgelehnt. Mit Michael Schumann werde einer der Mitbegründer der ARQUES AG neuer Vorstandsvorsitzender.
Auch in Zeiten von guten konjunkturellen Rahmenbedingungen habe die Gesellschaft angabegemäß regelmäßig Unternehmen zum Kauf angeboten bekommen und habe gezielt auswählen können. In einer Phase des wirtschaftlichen Abschwungs, worauf aktuell einiges hindeute, werde die Zahl möglicher Akquisitionsobjekte nach Erachten der Analysten steigen. Zudem habe ARQUES aufgrund der Einzigartigkeit des Geschäftsmodells bisher kaum Konkurrenten bei der Akquisition von Sanierungsfällen, weshalb man erwarte, dass der Deal-flow auch in Zukunft hoch sein werde.
Aufgrund der meist sehr geringen Übernahmepreise habe die Gesellschaft auch wenige Probleme hinsichtlich der Finanzierung. Das Unternehmen habe sich aufgrund ihres erfolgreichen Track-Record bei den großen Unternehmen einen guten Ruf erarbeiten können. Diese großen Unternehmen mit ihren sanierungsbedürftigen Spin-offs seien auch die eigentlichen "Lieferanten" von ARQUES. Über die Jahre hinweg seien die Anzahl der jährlichen Übernahmen, des akquirierten Umsatzes sowie die Anzahl der Exits stetig gestiegen, was aber nach Erachten der Analysten nicht unbedingt in die Zukunft projiziert werden könne.
Angabegemäß würden sich neun Unternehmen in einem Zustand befinden, der als saniert betrachtet werden könne. Für 2008 habe die ARQUES somit auch mit sieben bis acht möglichen Exits eine Guidance herausgegeben, die über der Anzahl von 2007 liege. Für 2009 stelle die Gesellschaft den Verkauf von rund 15 Unternehmen in Aussicht.
Der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr 2007 habe laut der Gesellschaft bei über 2 Mrd. EUR gelegen. Für 2008 plane man, Umsatzerlöse von über 6,1 Mrd. EUR zu erwirtschaften. Hierbei werde unterstellt, dass es kein organisches Wachstum bei den Beteiligungsgesellschaften geben werde. Auch mögliche Verschiebungen im Portfolio seien hier nicht mit einbezogen. Im Wesentlichen werde dieses Umsatzwachstum durch den Kauf von Actebis getrieben werden.
Das EBITDA in 2007 habe sich angabegemäß auf über 200 Mio. EUR belaufen, bis Ende 2008 solle es auf 275 Mio. EUR gesteigert werden. Das EBITDA für 2008 werde sich demnach aus 25 Mio. EUR Badwill, 150 Mio. EUR EBITDA aus Exits und 100 Mio. EUR operativem EBITDA zusammensetzen.
Die Gesellschaft veröffentliche regelmäßig in ihrem Geschäftsbericht bzw. den Präsentationen den Net Asset Value der Tochtergesellschaften. Zum 22.11.2007 habe sich dieser demnach auf ca. 700 Mio. EUR belaufen und damit deutlich unter der Marktkapitalisierung gelegen. Auch das KGV von deutlich unter 3 für 2008 und 2009 lasse die Aktie günstig erscheinen.
Allerdings würden der Fall ARQUANA, die Gesellschaft sei kurze Zeit nach dem Exit in die Insolvenz gegangen, der erneute Wechsel im Vorstand und die ungünstigen wirtschaftlichen Aussichten das Sentiment für die Aktie deutlich trüben. Der Wert sollte sich in den kommenden Wochen weiter volatil entwickeln. Die Analysten können sich angesichts der Belastungsfaktoren jedoch nicht vorstellen, dass ARQUES nachhaltig outperformen werde.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bewerten die Aktie von ARQUES Industries mit dem Rating "verkaufen". Das Kursziel betrage 15,00 EUR.(Studie "MDAX-Guide Frühjahr 2008" vom 05.02.2008) (06.02.2008/ac/a/d)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:
Mögliche Interessenskonflikte können Sie auf der Site des Erstellers/ der Quelle der Analyse einsehen.
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